Unglücklich das Land, das Helden nötig hat

  • Montagabend, kleiner Platz, durchschnittliche Beleuchtung. 
  • Motivierter Gegner, reichlich Testspiele gewonnen, mehr als dreimal so viele Punkte in der Unterliga.
  • Eigener 15 Mann Kader, alle pünktlich, keiner angeschlagen von der letzten Nacht.      

Nachdem man die Kontrahenten von Porzelona in der Vergangenheit noch nie bespielte, dienten Internetrecherchen zur Einschätzung ihrer Stärke. Dass der DSG Verein mit ähnlichem Wappen, wie die erfolgreichste Profi-Mannschaft des neuen Jahrtausends, in der Vorbereitung auf die Rückrunde 4 Testspiele gegen ansprechende Gegner absolvierte und drei davon mit souveränen Ergebnissen gewann, beeindruckte dabei. 4 Testspiele bedeuten auch doppelt so viele Testspiele, wie die Union in den letzten drei Jahren absolviert hat.

Im Spieltagskader von Josefstadt fanden sich drei der vier Neuverpflichtungen, kommend einerseits aus der Provinz, sowie anderseits, laut Monarchisten, einem weiteren Teil Österreichs. Der Vorstand hatte im Winter keine Kosten und Mühen gescheut, um sie an die Donau zu locken. Alle Drei sollten, wie erwartet, das Niveau der 5 Punkte Mannschaft anheben.

Zusammenfassung der Ereignisse: Auch durch den alten, kleineren STAW-Platz, war das Spiel geprägt von vielen Zweikämpfen, hohen Bällen und wenigen flüssigen Kombinationen, nur hin und wieder sah man das technische Talent der Weiß-Weinroten aufblitzen. Bis auf einen Kopfball von Pauli und einigen vielversprechenden, aber nicht konsequent genug zu Ende gespielten Aktionen der Offensive im Strafraum, war die Begegnung daher eher chancenarm. Porzelona fand Mitte der zweiten HZ eine gute Möglichkeit nach Stanglpass vor, der Linksaußen erwischte den Ball aber nur unsauber und verfehlte das Tor. Intensiv und extrem emotional gestaltete sich dann die Schlussphase. Kurz nach seiner Einwechslung in Minute 80 hätte Felix nach idealem Querpass die Entscheidung herbeiführen können, ja fast müssen, aber er ließ noch einmal Gnade walten. Dann sah der gegnerische Kapitän in Minute 85 rot, angeblich eine Spuckattacke gegen den Linienrichter. Um ein Elfmeterschießen zu vermeiden, setzte die Union auf Offensive und stand praktisch mit folgenden Positionen immer in Nähe des gegnerischen Strafraums: LV,LM, ZM, MS ,OM, RM, dazu nach Bedarf: RV, DM, aber die Versuche waren nicht mehr zwingend genug. Auf der anderen Seite hatte die Innenverteidigung alle Beine voll zu tun, die entstehenden Konter abzuwehren und unser Goalietalent in seinem ersten Pflichtspiel wehrte einen Kopfball des Gegners aus 3 Metern über den Kasten- Prädikat Weltklasse. Schlusspfiff. Und wie es im DSG Cup geregelt ist, stand sofortiges Elfmeterschießen am Programm, das erste aller im Kader stehenden Spieler bei der Union. Die Anspannung und das „Champions League“ – Flair waren spürbar.

Beide Torhüter wirkten über die gesamte Partie als aktive und sichere Rückhalte, also war anzunehmen, dass es keine geschenkten Elfertore geben würde. Für die Union traten die Dienstältesten am Feld, sowie Offensivkünstler Pauli als Schützen an. Der dramaturgische Höhepunkt im Detail:

  • Porzelona trifft zum 0:1
  • Mr. 100 Prozent Quote, Käptn und bester IV der Liga, Thomas B. vergibt das erste Mal in seiner langen Karriere vom Punkt, recht klar übers Tor, wohl um die Spannung ein wenig zu erhöhen – weiter 0:1
  • 0:2
  • Trotz schmähenden Zurufen des Gegners, bleibt Alex cool- aus dem Stand halbhoch ins Eck- 1:2
  • 1:3
  • Wenn schon schießen, dann ins Kreuzeck- Raphi verkürzt auf 2:3
  • Luki hat mit dem durchschnittlich, recht mittig, geschossenen Ball keine Probleme und pariert- 2:3
  • Innenstange nützen, am besten mit 200 km/h- Stoffl gleicht aus zum 3:3
  • Nun übt sich der gegnerische Tormann selbst als Schütze. Luki ist im richtigen Eck, der flache Ball saust aber ohnehin vorbei – weiter 3:3
  • Somit der Matchball für Josefstadt. Pauli übernimmt die Verantwortung und verwandelt trotz drohendem Haarverlust Anfang Juni eiskalt. – 4:3 für die Union!

Die Arena flippte erwartungsgemäß aus, gefühlt 5000 Leute auf dem Rasen. #wasisdasfür1geilersieg went viral. Entsprechend lange dauerten dann auch noch die Siegesfeiern, man munkelt, dass die Sperrstunde der Bierquelle von 23 Uhr um Etliches überschritten wurde, Augenzeugen berichten gar von einer Sichtung der Beteiligten um 23:03 Uhr.

Zusammenfassend: faire, ähnlich starke Gegner, die Union aber mit Cupmentalität im Elferschießen weiter. Die Neuzugänge und die Ungeschlagenheit seit nun insgesamt 4 Spielen nähren die Hoffnung auf eine positive Rückrunde. Der nächste Prüfstein auf der „Road to Happel“ ist dann ein Altbekannter: Vienna Internationals, Mitte April.

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